Willkommen
Aeroclub Aviators e.V.

 
 
 

Heute wollen wir einmal ein kleinen Blick in unser Inneres gewähren. Die AN-2 Crew ist eine kleine aber verschworene Gemeinschaft. Die Vita jedes Einzelnen von uns könnte nicht unterschiedlicher sein. Doch am Ende gibt es immer einen gemeinsamen Nenner: Wir lieben die Fliegerei. Und zwar so sehr, dass wir einen nicht unerheblichen Teil unserer freien und kostbaren Zeit für sie hergeben. Der Löwenanteil der Crew hat den Großteil seiner Karriere in der Luftfahrtbranche verbracht oder ist noch immer ein Teil von ihr. Es bedarf also schon einer echten Leidenschaft, wenn man am Wochenende nicht den eigenen Kompass neu kompensiert und für die Zeit von Freitagnachmittag bis Sonntagabend etwas vollkommen anderes machen möchte, als das, womit man mehr oder minder seine ganze Woche verbringt.

Der Autor hat über viele Jahre feststellen müssen, dass der eine oder andere aus seinem persönlichen Umfeld (aus ganz verschiedenen Motivationen heraus) versucht hat, der Fliegerei den Rücken zu kehren. Keiner hat es bis zum Ende geschafft. Alle sind wieder in zurück in den Kreis „der Familie“ zurückgekehrt. Und genau das sind wir: Eine Familie. Dabei ist es vollkommen unwichtig, welchen Teil man in dieser Familie einnimmt. Bist du einmal dabei, bleibst du es dein Leben lang! Unwichtig, ob man Pilot, Flugbegleiter, Tankwagenfahrer, Beladungscrew, Wartungsplaner oder kaufmännischer Mitarbeiter ist. Egal ob man Werkzeuge ausgibt oder in der Flughafenkantine Teller wäscht. Ob man im Tower sitzt oder im Follow-Me Wagen. Ob man Tickes kontrolliert oder Ersatzteile fertigt. Den Stempel „Luftfahrt“, den jeder von uns in dieser Familie aufgedrückt bekommen hat, lässt sich nicht mehr restlos abwaschen, egal wie sehr man schrubbt.

Und diejenigen, die es versuchen, tun es in der Tiefe ihres Herzens meist nur halbherzig. Denn auch für sie gilt, was einst Leonardo DaVinci sprach:

„Wenn du das Fliegen einmal erlebt hast, wirst du für immer auf Erden wandeln, mit deinen Augen himmelwärts gerichtet. Denn dort bist du gewesen und dort wird es dich immer wieder hinziehen.“

Und in manch stillem Momenten, wenn der Flugtag ein Ende gefunden hat, fragt man sich, weshalb man eigentlich all diesen Aufwand auf sich nimmt. Heraus kommen dann manchmal Gedankenflüge, die ihren Weg auf Papier finden. So auch die folgenden Zeilen, die aus den Reihen unserer Crew stammen:

Warum machen wir das eigentlich?

Ein Flugtag auf einem kleinen norddeutschen Flugplatz. Nachflugkontrolle an der Annuschka, der Blick wandert entlang der Tragflächenvorderkanten, Landklappen, Reifen. Dann Öl abwischen. Alles klar, nichts passiert, alles in Ordnung.

Während die neuen Rundfluggäste zum Flugzeug kommen und einsteigen, schweift mein Blick zu den anderen Besuchern hinter der Absperrung. Zwischen den Zuschauern und „Fotografen“ ein kleiner Junge. Aus dem Augenwinkel nehme ich wahr, dass er mich genauestens beobachtet. Die Gäste sind eingestiegen, Tür zu, kurzer Blick unter dem Flugzeug hindurch. Alles frei, Daumen hoch und schon beginnt der Starter zu surren. Sekunden später hört man das typische Brummen und Fauchen, dann eine Qualmwolke und ASh 62IR läuft. Immer wieder toll, die 1000PS bei der Arbeit zu hören. Die AN-2 rollt in Richtung Startbahn.

Ich gehe zur Absperrung; der Junge beobachtet mich noch immer.

„Entschuldigung“, spricht mich sein Opa an, „dürfen wir mal etwas Fragen?“

„Natürlich. Wie kann ich helfen“, lächle ich.

„Mein Enkel würde sich gerne mal das Flugzeug aus der Nähe ansehen.“

„Gerne, aber das kann doch nicht alles sein? Ich habe doch bemerkt, dass Du mich beobachtet hast“, grinse ich seinen Enkel an.

Etwas schüchtern: „Ja? … Ich finde das total toll so mit Flugzeugen zu arbeiten. Ist das Dein Beruf?“

„Also das hier mache ich als Hobby, also aus Spaß. Aber ich arbeite auch als Flugzeugmechaniker und war 13 Jahr in München auf dem Flughafen. Jetzt bin ich Meister und arbeite in Hamburg an Flugzeugen.“

„Und die anderen da?“

„Das ist Gerd, der arbeitet auch da wo ich arbeite. Das ist Werner, der ist Rentner so wie dein Opa und war mal Maurer, ist aber schon lange bei uns und kennt sich unheimlich gut aus. Das ist Kevin, der ist; genauso wie ich; sein Leben lang bei der Fliegerei und auch Pilot. Und unser Pilot ist mal bei einer russischen Fluglinie große Flugzeuge geflogen und arbeitet jetzt in Hamburg.“

„Cool!!! Das finde ich toll. Das möchte ich auch mal machen.“

„Hmm. Ja, mir bringt es auch unheimlich Spaß. Aber wie Du siehst, heute ist Samstag und ich bin nicht bei meinen Kindern. Flugzeuge starten und landen auch an Wochenende, zu Ostern und Weihnachten, Tag und Nacht, bei jedem Wetter. Also man arbeitet eigentlich immer 365 Tage im Jahr, 52 Wochen, 24 Stunden. Nennt sich Schichtarbeit und dann noch bei Regen, Schnee, Sturm, man ist fast immer draußen.“

„Das ist ja auch nicht schön, wenn Du zu Weihnachten nicht bei deinen Kindern bist.“

Ich erzählte noch etwas aus meinem Arbeitsalltag. Als dann der Rundflug wieder zurückkam, ging ich mit dem Knirps um die Annuschka und beantwortete alle seine Fragen.

„Danke, das war toll. Aber ob ich Weihnachten arbeiten will überlege ich mir noch“, grinst er mich froh an.

„Tschüüühüüsss. Komm Opa, das will ich gleich Mama und Papa erzählen.“

Auf dem Rückflug nach Neustadt-Glewe denke ich über diesen kleinen Jungen nach. Ist es nicht schön mit welchen Augen er jetzt die Luftfahrt sieht?  Sind wir, die in der Luftfahrt arbeiten, nicht etwas Besonderes? Wie viele Passagiere vertrauen uns? Den Mechanikern/innen die dafür sorgen dass das Fluggerät sie sicher über die Wolken trägt und auch wieder zurück auf den Boden? Den Piloten/innen die das Flugzeug sicher von A nach B oder über die schönen Landschaften fliegen? Die Fluglotsen/innen. Die an ihren Radarschirmen sitzen und hunderte von Flugbewegungen steuern? Welcher, nicht in die Luftfahrt involvierte Mitbürger, macht sich schon Gedanken was eigentlich alles an so einem kleinen Rundflug oder Langstreckenflug „hängt“?

Das Interesse dieses kleinen Burschen hat mich stolz gemacht. Mit meiner Arbeit bereite ich anderen, mir völlig unbekannten Leuten, Freude. Sei es nur für 20 Minuten bei einem Rundflug über die Lüneburger Heide, den Ribnitzer Bodden oder dem Nord-Ostsee-Kanal, dem Passagier der in den Urlaub nach Mallorca oder in die USA fliegt, dem Staatsoberhaupt eines Landes, der zum Staatsbesuch nach sonst wo fliegt, der Soulsängerin die dank der Ausstattung ihres VIP-Flugzeugs Stunden später erholt auf der Bühne steht, den Kranken und Verletzten die auf Betten aus Katastrophengebieten ausgeflogen und während des Fluges versorgt werden können, eine schier endlose Liste.

Dieser kleine Steppke mit seinen vielleicht 6 Jahren hat mir mal wieder gezeigt, dass wir alle stolz auf unser Tun sein können, ob als Beruf oder „nur“ als Hobby.

Das ist es, weswegen ich auch dieses Hobby so gerne mache. Trotz Wochenende zu einer Zeit aufstehen, zu der sich die meisten noch nicht einmal trauen die Augen zu öffnen. Auch zu arbeiten, während andere im Liegestuhl faulenzen.

Irgendjemand sagte mal: ein Hobby ist teuer und macht logisch betrachtet überhaupt keinen Sinn.

Ja, dieses Hobby ist teuer, aber es macht Sinn, verbreitet man doch Freude und tolle Erlebnisse.

Ich bin stolz darauf dieses Hobby und diesen Beruf zu haben und damit in der langen Reihe der Luftfahrer einen klitzekleinen Platz einzunehmen. 

An dieser Stelle möchten wir uns als Crew einmal ganz besonders bei unseren Familien bedanken! Ohne sie könnten wir unser extrem aufwändiges Hobby, welches auch unsere tiefe Leidenschaft ist, nicht ausüben. Danke, dass ihr uns unterstütz!

Eure An-2 Crew

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Kontakt

Aeroclub Aviators e.V.
Flugplatz 1
19306 Neustadt-Glewe

Telefon: 0171 – 10 37 055
E-Mail: info(a-t)aeroclub-aviators.de