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Aeroclub Aviators e.V.

 
 
 

Heute Abend stülpen wir uns die Cowboystiefel über die Gehorgane, setzen und den Stetson auf und spazieren ein wenig zwischen Chrom, Stahl, Diesel und Country-Musik herum. Wir befinden uns auf der Wolfsmeile auf dem Flugplatz Itzehoe, im Jahre 2012. Einem der größten norddeutschen Truck-Treffen seiner Zeit. Warum die Vergangenheitsform? Nun, die Wolfsmeile gehört der Vergangenheit an, so wie auch die Classic Motor Days.

Wir durften viele Jahre bei unseren Freunden vom Itzehoer Luftsportverein zu Gast sein, wenn es darum ging, bei diesem Event den erdgebundenen Freunden die Gelegenheit zu bieten, ihre Wege von Oben zu betrachten. Immer war es ein besonderes Event.

Manchmal erscheint es uns, dass in dieser Welt jeder für sich kämpft. Wir als Flieger merken jedoch sehr schnell, dass wir doch eine vergleichsweise kleine und familiäre Gemeinschaft sind. Ist man nur lange genug dabei, kennt plötzlich jeder Jeden über drei Ecken. Doch bei den LKW-Fahrern? Gemeinschaft? Betrachtet man die heutigen Bedingungen und den täglichen Irrsinn, denen sie sich aussetzen, mag man glauben, dass es dort nur noch darum geht, jeden Tag sein Bestes zu geben und am Wochenende ein paar Stunden zuhause zu verbringen. Was sollen sie schon für eine Gemeinschaft haben?

Sie haben eine! Und sei haben eine enge Gemeinschaft! Wir haben das auf diesen Treffen erleben dürfen. Ich erinnere mich an einen Samstagabend. Wir haben unsere Annuschka schon seit ein paar Stunden „zu Bett gebracht“ und es uns in den bereitgestellten Unterkünften in unseren Kojen gemütlich gemacht. Das Feierabendbierchen hat geschmeckt und morgen klingelt der Wecker wieder früh. Annuschka will zeitig geweckt und vorbereitet werden. Doch gerade als wir in den ersten Schlummer fallen wollten, ertönten die Kompressor- und Drucklufthörner der Trucks am anderen Ende des Flugplatzes. Sicher 30 Minuten lang. Der Blick zu Uhr verhieß nichts Gutes: 23:00 Uhr. Oh Mann…..und der Morgen rückt näher. Die Vermutung: Irgendwer hat bierselig angefangen sein Drucklufthorn auszuprobieren und der Rest der Kutscher macht mit bei der Hupenparty. Naja….wird schon nicht die ganze Nacht gehen. Nach endlosen 30 Minuten war dann auch langsam wieder Schluss. Ergo: Auf die Seite rollen und schlafen. Endlich!

Der nächste Morgen brachte Licht in die Sache: Ein Fahrerkollege und langjähriger Teilnehmer der Wolfsmeile ist an eben jenem Samstag verstorben. Die Nachricht verbreitete sich schnell in den Reihen der Fahrerkollegen und der Tribut und Respekt wurde dann eben nach guter alter Truckermanier in einem nächtlichen Hupkonzert gezollt. Was für uns zuerst als nächtliche Störung begann, endete in einer innerlichen Respektsbekundung gegenüber der Solidarität der Fahrer. Wie hart auch die Branche sein mag, es gibt so viele Fahrer und Spediteure, welche mit Herzblut ihren Job tatsächlich leben. Man sieht es ihnen und ihren LKW an. Und wer kann das besser beurteilen als wir? Diese Leidenschaft für eine Sache verbindet uns. Die einen auf der Strasse, die anderen in der Luft.

Und das ist eine der wunderschönen Facetten unserer Antonov-Fliegerei: Wir fühlen uns privilegiert, so viele Menschen und Dinge kennenzulernen. Wir werden immer wieder überrascht und lernen Neues kennen. Und immer wenn wir dachten, wir kennen das Umfeld in dem wir uns bewegen, lernen wir wieder dazu. Für uns als Crew kann es nichts Schöneres geben und wir freuen uns, wenn wir unsere Erlebnisse mit euch teilen dürfen.

Eure An-2 Crew

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19306 Neustadt-Glewe

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